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Montag 16.06.2003

 09:45 - 14:00: Start km 8661 Bari - Leuca 
So kurz nach 9:00 legt die Polaris in Brindisi an. Das Kabinenpersonal macht leichte Hektik und schmeißt uns, freundlich aber bestimmt, mehr oder weniger raus.
Brav machen wir uns auf die Socken und schlep­ pen unser Gepäck in den "Keller", auf das dritte der der fünf Fahrzeugdecks, hinunter.
Jetzt ist aber reichlich Geduld nötig. Die "Profis" lassen alle ihre Motoren laufen und kämpfen um jeden halben Meter.
Die Luft ist einfach wunderbar!

Fähre Bari

Es dauert dann fast eine dreiviertel Stunde bis sich die Zugbrücke senkt und wir in die Freiheit entlassen werden.
Wir fahren den Bari-üblichen Bogen um die Stadt zur Autobahn.
Wir tanken, trinken ein Cola, essen Apfeltaschen und kaufen erstmal Karten. Wir wollen den italie- nischen Stiefel ganz hinunter bis zum Absatz, dann entlang der Sohle bis vor zur Spitze. Und, wenn dann noch Zeit ist, eine kleine Runde um den Aetna auf Sizilien drehen.

Von Bari bis Brindisi nach Süden auf der Super- strada. Superstrada sieht aus wie Autostrada, fährt sich wie Autostrada, kostet aber nichts und es darf nominell nur 90km/h gefahren werden.
Wir sind mit 120-130 fast die langsamsten! Die meisten heizen, als ob es weiter vorne Freibier gäbe.
Hinter Brindisi fahren wir entlang der Küsten- straße über San Cataldo bis San Foca, durch nicht enden wollende Feriendörfer und -Anlagen.


Im August treten sie sich auf dem Absatz des italienischen Stiefels mit Sicherheit gegenseitig auf die Hacken! .
Am Ortsausgang von San Foca ist Lunchtime im Strandrestaurant.
Nachdem es nur fischiges gibt, bestelle ich Nudeln mit Tonno. Waren aber richtig gut! Dazu: "Due Cola e uno litro aqua minerale, prego! Si, naturale, senza gas!" .
Wir leben wieder auf. Leichter Wind vom Meer bringt etwas Kühlung. Nur noch 36°C.
Südlich Otranto, auf fein gewundener Costiera durch die Sommerfrischen der betuchteren Italie- ner nach Leuca.

bei an Foca

Hier markiert ein fetter Leuchtturm, der aus einer Art überdimensioniertem Kloster wächst, das Ende des Stiefel-Absatzes.
Auf das Kap selbst lassen sie uns leider nicht hinausfahren. Ein großes Schild gestattet "accesso solo per autorizati".
Am anderen Ende von Leuca gibt es wenigstens einen fotogenen Rückblick.
Als wir uns über die Kaimauer lehnen, entdecken wir unter uns ein bühnenartiges Gestell. Darauf in Reih und Glied, wie es sich in Italien of- fensichtlich gehört: Liege, Sonnenschirm, Liege - Liege, Sonnenschirm, Liege - und so fort.
Zugegeben dieser "Strand" wäre selbst für einen fortgeschrittenen Fakir ein Problem, messer- scharfe, von den Wellen ausgewaschene Fels- grate.

Leuca

Die floßartig auf den Steinen liegende Konstruk- tion erinnert uns an die Flöße am Pier 39 im Hafen von SFO. Die "Seelöwinnen" allerdings, sind hier hübscher!


14:00 - 16:00: Leuca - San Isidoro  
Von Leuca, entlang der Küste, nach Nordwesten. Die monumentalen Pinien mit den Schirmkronen sehen aus wie in der Maremma.
Vorbei an Gallipoli, das schon aus der Ferne mit seinen Hochhäuser seine Umgehungsstrasse in- teressanter als sein Centro erscheinen läßt.
Weiter die Küste hinauf durch Pinienwälder bis San Isidoro.
Tierische Hitze, nie unter 38°C im Schatten!! Ich betone nochmals im Schatten!! Doch wo auf dem Motorrad findet man eben diesen: Schatten??
In der Sonne geht mein kleines Thermometer am Lenker weit über den Anschlag bei 60°C hinaus.
Dringend Zeit für eine Pause.

San Isodoro

Zwei Dosen Cola, 1l Wasser und ein Eis in einer Strandbar bei San Isidoro bewahren uns wahr- scheinlich vor dem endgültigen Hitzschlag.
"Jo verreck, is des a Hitz!" wie man auf gut frän- kisch sagt.
16:00 - 19:00: San Isidoro - Grottole 
Nach dem halbwegs erträglichen Schattenplatz in der Strandbar kleben wir uns wieder auf die Bikes. Anders läßt sich das nicht beschreiben.
Von San Isidoro nach Porto Cesare zumTanken. Über Avertrano, Manduria, Sava (halber engli- scher Kreisverkehr), San Marzano, nach Grotta- glie auf die Superstrada.
Eigentlich wollten wir einen anderen Weg neh- men, aber nachdem die spärliche Beschilde- rung nicht zu den vorhandenen Strassen passt und die vorhandenen Strassen nicht zu denen auf der Karte passen, fahren wir halt so herum. Vielleicht hätte die Beschilderung ja zu den Kar- ten gepasst, aber dann hätten uns die Strassen gefehlt, was dann wiederum nicht zu unseren Motorrädern gepasst hätte.
Irgendwie landen wir im Ruhrgebiet von Taranto. Hier qualmen die Schlote noch, und wie! .

Eine Wolkenbank schiebt sich vor die Sonne. Ich kann mich gar nicht erinnern, wann mich das je- mals gefreut hat! Schlagartig sinkt die Tempe- ratur auf 34°C! Wir kriegen fast schon Frost- beulen.
Auf der Superstrada SS106 nach SW bis Meta- pontum. Hier ist auf den Karten ein als sehens- wert marrkiertes Area Archeologica eingezeich- net.
Das einzige was wir sehen, ist ein neues, noch nicht eröffnetes Museum. Na dann eben keine Kultur. .
Wir biegen nach NW nach Potenza ab. Die Idee mit der "kleinen Runde um die Stiefelspitze" haben wir nach einem genaueren Blick auf die Landkarte beerdigt.
Typischer Fall von solidem Halbwissen!
Es wären noch mehr als 500 km nach Messina! One way und ohne Sizilien-Rundfahrt!
450 km haben wir heute schon abgeschwitzt! Nochmal zusätzliche1500 km in dieser Gluthitze! No! Grazie!


Das Wolkenfeld vor uns regnet sich ab. Die Stra- da ist stellenweise noch feucht. Der Regen hat die Luft auf unter 30°C!! abgekühlt. So "kalt" hatten wir es um diese Uhrzeit schon seit 10 Tagen nicht mehr! .
Als wir dem Regen zu nahe kommen, erspechtet Archie neben der Strasse ein Motel.
Es liegt 5km unterhalb von Grottole, an einem einsamen Bahnhof, ohne Ortschaft in der Nähe. Kostet 32€. Relativ großes Zimmer, aber mit winzigem Bad. Das im MAN ist größer! Dafür ist es dieses mal sauber! Auch zum Duschen reicht es. Endlich den Staub und Schweiss des Tages wieder loswerden und wieder etwas auskühlen.
Schon funktioniert auch Archies dichterische Ader wieder: "Den ganzen Tag die Räder laufen, dann abends geh´n die Fahrer essen....."

Kaktusblüte

Apropos Essen: Sehr gut! Sehr reichlich!
Ob auch sehr teuer, werden wir morgen sehen....

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